Einführung
Herzlich willkommen zu einer weiteren Episode von TJs Technology Tuesday. Heute einmal zum Thema KI-Zensur. Wie bin ich auf diese Frage heute gekommen? Aus zwei Gründen. Zum einen war es eine Frage im Nachgang eines Vortrags letzte Woche, wo ein Teilnehmer mich gefragt hat: „Sag mal, lieber Herr Jirke, wie stehen Sie denn zum Thema KI-Systeme und deren Zensur? Und das habe ich nicht nur letzte Woche beim Vortrag als Frage bekommen, sondern das bekomme ich relativ häufig. Zum Zweiten: Natürlich jetzt im Zuge der aktuellen politischen Situation in den Vereinigten Staaten und der Beteiligung von Elon Musk immer wichtiger, sich damit auch zu beschäftigen, inwiefern die Informationen, die wir aus den KI-Systemen bekommen, dort politisch beeinflusst sind. Sie haben es sicherlich mitbekommen, dass Wahlkämpfe mittlerweile massiv auch beeinflusst werden durch Social Media, durch Internetkampagnen. Und wir haben immer zwei Probleme. Das eine Problem ist, dass die KI-Systeme auf der Basis von Informationen im Internet arbeiten. Und jetzt gibt es eben weniger oder mehr wohlmeinende politische Kampagnenakteure, die das Internet mit ihnen genehmen Informationen fluten. Barack Obama hat das bereits gemacht. Das war der erste US-Präsident, der das Thema auch sehr, sehr gut genutzt hat. Er hatte natürlich eben eher eine positive Ansicht.
Das, was wir im Rahmen der amerikanischen Wahlkämpfe mit Donald Trump erlebt haben, ist, dass hier massivst einfach Fehlinformationen, Falschinformationen ins Internet reingepostet wurden, zum Teil auch durch Bots. Und das nicht nur durch die amerikanischen Wahlkampfkampagnen, sondern auch durch russische beispielsweise. Vor dem Hintergrund ganz, ganz wichtig. Und wenn wir uns die aktuelle politische Diskussion in Deutschland angucken, dann haben wir auch gemerkt, dass in der letzten Bundestagswahl vor allen Dingen die zwei eher extremen Parteien, gerade bei jüngeren Wählern, dort gewonnen haben, weil sie eben sehr aktiv das Thema Internet, das Thema Social Media gespielt haben, nur einen der Erfolgsfaktoren zu nennen. Vor dem Hintergrund einfach mal hier ein paar Impulse zu diesem Thema und wie immer schauen wir uns das mal ganz konkret an. Und liebe Katrin, ich sehe schon, du bist live mit dabei. Ich habe, auch wenn ich so auf die linke Seite gucke, immer die LinkedIn-Kontakte im Blick, auch immer gerne Fragen, Ergänzungen und Kommentare dazu. Ich habe: Da habt ihr immer einen Blick. Wenn ich auf die rechte Seite gucke, dann liegt es daran, dass ich hier natürlich in bewährter Form wieder Dinge für Sie aufgemacht habe. Grok, haben Sie vielleicht schon mal gehört, das sind nicht nur diese Schuhe, die so ein bisschen leichte Modefehler sind, sondern es ist das aktuelle KI-Modell von Elon Musk.
Ex Twitter, mittlerweile X und da ist Grok integriert. Das heißt, die sehen das hier als Symbol. Und was ich hier einmal gemacht habe, dass ich in Grok einfach mal eine Frage gestellt habe: „Weshalb stellt Elon Musk so viele Fake-News ins Netz? Was man jetzt merkt: Diese Modelle nutzen alle die sogenannte Reasoning-Technologie. Das heißt, die gucken in verschiedenen Schritten: Macht das Sinn? Macht das nicht Sinn, was der schreibt? Und gehen dort so ein bisschen wie beim Thema Multiplikation, wo wir immer wissen: „Okay, nach welcher Vorgehensweise gehen wir da vor? Das ist so die Idee, wie das nach Algorithmen vorgegangen wird. Ich habe hier mal ganz bewusst einen Schreibfehler zuerst mal reingenommen und habe gesagt: „Okay, Elon Musk habe ich falsch geschrieben. So, was macht er? Zunächst einmal scheint der Name Elon Musk ein Tippfehler zu sein. Wahrscheinlich ist Elon Musk gemeint. So, und ich habe ihn gefragt: „Weshalb stellt Elon Musk so viele Fake-News ins Netz? So, und was da eben reinkam: Die Annahme, dass Elon Musk so viele Fake-News ins Netz stellt, ist nicht vollständig korrekt, erfordert eine differenzierte Betrachtung. Und hier steht eben: Faktenbasierte Updates, persönliche Meinung, kontroverse Aussagen. Also hier ist es definitiv so und dazu gab es verschiedene auch neutrale Beobachter, die ganz klar gesagt haben: „Okay, man kann sich übrigens diesen Denkprozess auch mal schauen.
Ganz interessant. Jetzt sagt man: „Wie ist es gemacht? Hier sieht man, wenn man sich das auch anschaut, dass dieser Prozess definitiv so nachbearbeitet wurde, dass sie aus Grok weder eine negative Aussage rausbekommen zu Donald Trump, noch eine rausbekommen zu Elon Musk. Ja, wir gucken uns mal andere Modelle an. Ich habe das Ganze mal in Perplexity gemacht und Sie kriegen selbstverständlich auch alle Links noch mal als Kommentar, nennen Sie hier zu diesem TJs Technology Tuesday. Wenn ich mir Perplexity anschaue, da kriege ich eine, wie ich finde, sehr viel differenziertere Antwort. Ich mache es mal ein bisschen größer, also im Detail, wie gesagt, muss mir nicht durchgehen, aber die Idee, Mensch, hier steht eben sehr klar, er hat erheblich zur Verbreitung von Fehlinformationen beigetragen. Diese Situation ist das Ergebnis mehrerer Faktoren, die sowohl mit seiner persönlichen Nutzung der Plattform, als auch mit Änderungen in der Moderationspolitik von X zusammenhängen. So, und hier stehen eben auch Informationen, die aus meiner Sicht sehr viel differenzierter sind. Wenn ich mir DeepSeek angucke, beispielsweise eben die chinesische Plattform, da ist es auch so, dass die im Moment ja versuchen, eine tendenziell amerikaneneutrale Policy und Amerika-unterstützende Policy zu haben. Die sind so vorsichtig, dass sie sagen: „Jawohl, er ist normalerweise auf absichtlich falsche, gibt keine konkreten Beweise dafür.
Wenn ich mir dann anschaue, ChatGPT 4.0 beispielsweise, da gibt es dann eben hier, weshalb wird er beschuldigt. Und was man hier schon sieht, ist, dass es bei KI so ein bisschen ist wie im echten Leben, dass es verschiedene Sichtweisen auf Themen gibt. Und fragen Sie einen Gewerkschafter zum Thema Mindestlohn oder fragen Sie eine Arbeitgebervertreterin zum Thema Mindestlohn, da werden sie sicherlich unterschiedliche Sichtweisen und unterschiedliche Aussagen bekommen. Und das ist bis zu einem gewissen Grad immer legitim. Irgendwann wird es dann natürlich grenzwertig und wie immer ist die Welt da grau. Jetzt ist ja die Frage: Wie löst man dieses Thema? Und jetzt gibt es unterschiedliche Denkansätze. Ein Denkansatz macht beispielsweise Google mit dem Gemini, dass die einfach in solchen kritischen Dingen die Aussage verweigern. Sie werden das relativ häufig haben, wenn ich jetzt eben Gemini frage, hier auch in der Advanced-Version. Jetzt frage ich zu Elon Musk, die gleiche Frage habe ich hier reingestellt. Und da kommt: I can’t help with resources Responses on elections and political figures right now. Das heißt, hier kommt immer der Hinweis, die wollen immer besonders politically correct sein, dass ich dort keine Aussage bekomme. Und vor dem Hintergrund, wichtig ist immer zu verstehen, wer hat denn diese Modelle rausgebracht?
Wichtig ist zu sagen, okay, wenn ich mir angucke, mal die Extreme. Grok ist eben tendenziell von Elon Musk und Elon Musk sorgt dafür, gemeinsam mit Donald Trump, dass hier einfach nur positive Nachrichten über ihn und die aktuelle amerikanische Administration gepostet werden. Wenn ich mir Perplexity anschaue, Silicon-Valley-Gründer, eher Trump-kritisch. Die sind eben so, die dann durchaus sicherlich das ein Stück weit dann auch entsprechend steuern. Sam Altman von OpenAI ist aktuell auch kein riesig großer Freund von Elon Musk, der das Ganze ja mitgegründet hat, aber da ist es nicht ganz so krass. Und ich nehme auch mal ein anderes Beispiel, also was sicherlich für viele auch nachvollziehbar ist, wenn ich jetzt mal gucke. Ich bin jetzt mal hier bei DeepSeek drin und das ist ja eine chinesische Suchmaschine. Und jetzt habe ich einfach mal gefragt: „Okay, gehört Taiwan zu China? Und wenn Sie da eine chinesische Suchmaschine fragen, ein chinesisches KI-Modell, dann steht natürlich hier ganz klar: „Ist seit alters her ein untrennbarer Bestandteil Chinas? Das ist die Sichtweise von China. Die ist legitim und wenn ich jetzt mal gucke, ich habe das Gleiche dann einfach mal hier auch in Perplexity reingepackt. Was ich da bekommen habe, ich mache es mal wieder etwas größer.
Die Frage, ob Taiwan zu China gehört, ist komplex und wird unterschiedlich beantwortet, abhängig von der jeweiligen politischen Perspektive. Und hier gibt es dann die unterschiedlichen Positionen, einmal aus der Sicht von China. Und ich mache es Ihnen noch mal hier so, dass Sie es auch sehen, was ich erzähle. Das heißt, hier wird dann entsprechend die Frage „Ist komplex? Wird unterschiedlich beantwortet, abhängig eben: China sieht so, Taiwan sieht so, internationale Perspektive, wo und wie sind aktuelle Entwicklungen? Natürlich das Ganze entsprechend auch mit den ganzen Quellen dazu. So, das heißt, hier, ähnlich wie Sie auch bei anderen Fragen unterwegs sein sollten, ist es eine gute Idee, nicht nur eine Quelle zu befragen und eine gute Idee ist auch eben zu sagen: Mensch, ich möchte ganz gerne vielleicht auch noch mal nebenbei Menschen oder auch Fact-Checking-Dienste noch mal befragen, eine differenzierte Betrachtung zu erlangen. Dazu gebe ich Ihnen auch noch mal ein paar konkrete Tipps. Das eine, was Sie sicherlich schon mal gehört haben im Rahmen der Diskussionen damals zu dieser Remigrationsdebatte im Rahmen der AfD, dieses Meetings: Korrektiv. Korrektiv-Faktencheck, wie ich finde, eine sehr, sehr gute Seite und ich packe Ihnen den Link dort entsprechend gleich in den Kommentar rein, sodass Sie den Link dann auch sehen.
Hier können Sie dann nach verschiedenen Themen suchen. Sie können beispielsweise Russland und Ukraine und dort sehen Sie entsprechend hier, was dort ist. Wenn Sie sagen, hier ehemaliges NS-Gebäude, Kildsteinhaus, gehört nicht Selensky, sondern in Freistadt Bayern. Also, hier mal ein Beispiel mit drauf zu haben. Das zweite, was ich auch häufiger selbst nutze, ist von den öffentlich-rechtlichen. Es gibt ja eben sehr gerne mal die Diskussion, weshalb ich denn GEZ zahlen muss. Ich zahle gerne GEZ, wenn ich dort eben gute qualitative, neutrale oder relativ neutrale Berichterstattung habe. Und hier gibt es eben einmal Faktenchecker, wie beispielsweise von der Tagesschau. Und was ich auch sehr gut finde, hier mal ein Beispiel: Es gibt von verschiedenen Talkshows dann auch Faktenchecker. Das heißt, Faktencheck hier beispielsweise mal exemplarisch von der Talkshow Maischberger. Das heißt, hier ist es so, dass ich während sogar einer Talkshow noch nachschauen kann und dann noch mal gucken kann: „Sag mal, das, was die Politikerin, was der Politiker da gerade erzählt hat, ist das wahr, ist das nicht wahr? Und hier haben einige Talkshow-Redaktionen eine Redaktion, die das live dort entsprechend sich dann anschauen. Ja, was habe ich als Nächstes zu empfehlen? Und zwar snopes.com und die Links sehen Sie auch alle schon hier in den entsprechenden Kommentaren.
Eine internationale Seite, wo Sie eben auch dort hier sehen können, gerade bei diesem Thema Video auch, ist immer ein großes Thema, zu sagen: Stimmt das oder stimmt das nicht? Und da ist Snopes eine sehr gute Plattform. Und so wie ich sage, man sollte verschiedene Quellen anschauen, sollte man auch verschiedene Fact-Checking-Seiten angucken und vielleicht ist auch eine gute Idee, eine qualitativ hochwertige Tageszeitung zu abonnieren. Ich lese beispielsweise den Tagesspiegel, den ich da sehr empfehlen kann. Oder auch Podcasts mit einem hohen Qualitätsanspruch, wie beispielsweise die Lage der Nation mit Philipp Pfersich und Ulf Buermeyer, die ich regelmäßig verfolge und die auch immer, wenn sie selbst sich verrannt haben und Fehler gemacht haben, auch immer in der nächsten Sendung eine Korrektur machen. Ganz, ganz wichtig, dass sie auch Medien haben, die auch, wenn sie mal einen Fehler machen, dann entsprechend dazu auch stehen, den korrigieren, weil Fehler ist nicht schlimm, macht jeder mal. Blöd ist, wenn es eben die gleichen Fehler immer wieder sind und noch schlimmer ist es, wenn eben absichtlich mit falschen Informationen gearbeitet wird. Das macht dann wenig Sinn. Ich habe vorhin das Thema Google auch angesprochen. Von Google gibt es auch ein Fact-Check-Tool. Also auch das kann ich empfehlen.
Das heißt, der Link finden Sie wieder in den Kommentaren dazu. Auch hier sehen Sie immer „Recent und Sie können entsprechend auch suchen. Sie können das Ganze auch nach Sprachen noch mal selektieren. Bei Videos erlebe ich es immer wieder, dass hier ganz tolle Videos kommen: „Was kann denn Robotik schon, zu sagen, dass die Tischtennis spielen, Squash spielen und so weiter. Robotik ist relativ gut, aber so gut ist sie auch noch nicht. Und ich habe mal hier ein Beispiel, wo vielleicht ein Video von einem Politiker ist. Und was ich jetzt machen kann, ich kann jetzt diesen YouTube-Link einfach kopieren und den kann ich hier in ein Deepware-DeepFake-Tool reinpacken. Und wenn ich da drauf packe, dann gibt er mir eine Aussage darüber, wie wahrscheinlich das Ganze denn ist, dass das ein Deep-Fake ist. Und man sieht hier als Aussage sehr klar: „Okay, das ist ein Deep-Fake. Man kann es hier sogar gleich melden in dem Bereich und Sie sehen eben auch etwas, was nicht so wahnsinnig kompliziert ist, sondern ich habe hier eine Seite, ich habe hier einen Link und Stichwort „Link, diesen Link finden Sie natürlich auch gleich schon in den Kommentaren. Ja, wie immer bin ich damit nicht am Ende meines Lateins, aber am Ende der 15 Minuten im Puls, das TJ Technology Tuesday.
Fazit
Ich freue mich, wenn für Sie etwas dabei war und freue mich, wenn Sie beim nächsten Mal wieder mit dabei sind und wenn Sie für Vorträge, für Beratung oder für Training einen Personal-IT-Coach oder Führungskräfte suchen, dann freue ich mich, wenn Sie mich ansprechen.
Ihr Thorsten Jekel
