Das Wichtigste in Kürze

  • Datenschutz ist die größte KI-Hürde: 77 Prozent nennen ihn als Hemmnis, noch vor Fachkräftemangel (70 Prozent) und Kosten (58 Prozent).
  • Zwei Leitplanken, keine Sperre: Datenschutz und Datensicherheit gehören links und rechts an die Straße – nicht quer darüber.
  • Kein vorauseilender Gehorsam: Wo keine personenbezogenen Daten verarbeitet werden, ist der Tatbestand des Datenschutzes gar nicht berührt.
  • Fünf Prüfkriterien: AV-Vertrag, wählbare EU-Region, Trainingsausschluss, Administration mit Single Sign-on und Protokollen sowie eine realistische Kostenrechnung.
  • Business statt Consumer: In kostenlosen und Einsteigertarifen ist die Nutzung der Daten zum Training häufig voreingestellt.
  • Konkrete Alternativen: Langdock aus Berlin, Microsoft Copilot mit Daten in Frankfurt, AWS Bedrock, ChatGPT Enterprise sowie kleinere lokal laufende Modelle.

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Einführung

Schön, dass Sie wieder mit dabei sind bei einer weiteren Episode von TJs Technology Tuesday. Und KI gibt es ja nicht erst seit ChatGPT. KI gibt es sogar schon seit 1843. Ada Lovelace hat es damals als Konzept erfunden. KI heißt es seit 1956, seit Männer auf einer Konferenz in Dartmouth gesagt haben, das heißt jetzt künstliche Intelligenz. Keine Ahnung, aber Marketing können wir Männer. Und dann gab es so zwei KI-Winter. Das heißt, es ging nicht weiter, weil es zwei Hauptursachen gab.

Die eine Ursache war, dass einfach die EDV-Technik noch nicht so weit war. Also Festplatten von 5 MB Größe haben früher Turnhallen gefüllt von der Größe, und auch die Bandbreiten im Sinne des Internets sind mittlerweile einfach ganz andere.

Das Zweite, und das war bis zum Start von ChatGPT so, waren die Benutzeroberfläche für die Nutzung von KI was für Nerds. Das heißt, das waren eben so bernsteinfarbene grüne Bildschirme, also solche Terminal-Ansichten, wo selbst ich manchmal, obwohl ich als Kind viel programmiert habe, manchmal sage so, uh, die sind ja aber auch ein bisschen kompliziert. Also was wir uns heute mal anschauen, ist eben, es gibt ja nicht nur ChatGPT, sondern es gibt auch DSGVO-konforme ChatGPT-Alternativen. Und ich finde, das Thema DSGVO ist immer so ein bisschen zu kurz gesprungen. Aber die Leute fragen immer, Da gibt es was, DSGVO-konformes.

Datenschutz und Datensicherheit: Zwei Leitplanken

Also Datenschutzgrundverordnung, wichtig. GDPR, ganz geiles Thema. Viele der Dinge machen ja durchaus auch Sinn. Aber ich fange immer so vorher an, wo ich sage, wenn ich Dinge auf der Webseite habe, die nicht personenbezogen sind, wo es öffentlich ist, dann habe ich da den Tatbestand des Datenschutzes nicht betroffen. Das heißt, seien Sie bitte eben nicht das, was ich bei vielen wahrnehme, ein Datenschutzbeauftragter, der die Leiblanke quer auf die Straße setzt, sondern es gibt eben wichtig nämlich auf der einen Seite die Leitplanke des Datenschutzes, auf der anderen Seite die Leitplanke der Datensicherheit.

Also es macht beides total Sinn, aber beides bitte nicht quer. Und oft erlebe ich eben, dass Datenschutz quer auf die Straße gesetzt wird und Datensicherheit gar nicht. Das heißt, ich kann links und rechts wunderbar ausbrechen und werde sogar noch gebremst. Und das ist dann Datenschutz. Also das macht dann keinen Sinn.

Also vor dem Hintergrund: Machen Sie bitte sinnvollen Datenschutz. Ja, 77% nennen Datenschutz als größte KI-Hürde. Gibt es also von Bitkom beispielsweise Mittelstandsstudien 2026 hier mehrere Dinge vor. Fachkräftemangel mit 70% und Kosten mit 58%, also ein Riesenthema. Wobei das Erste ist immer, wo ich immer sage, viele haben da so ein Stück weit vorauseilenden Gehorsam, wo ich sage, dürfen wir nicht wegen Datenschutz.

Risikobetrachtung statt vorauseilendem Gehorsam

Dann sage ich immer, Moment mal, haben wir da irgendwelche personenbezogene Daten bei dem, was du hier gerade besprichst? Und wenn da Nein kommt, dann sage ich, hm, Vielleicht sollte man da nicht diesen vorauseilenden Gehorsam da irgendwo haben. Wir gucken uns mal an, wo das Risiko wirklich liegt. Und das ist immer wichtig. Da macht ja auch Datenschutz total Sinn, dass man sich einfach eine Risikobetrachtung stellt und sagt: Okay, wo liegen Risiken?

Welche sollte ich mir eben sinnvollerweise auch anschauen? Ja, zum einen Risiko liegt bei Consumer-Versionen. So, das heißt, wenn ich jetzt mal so ein Thema ChatGPT, auch andere kostenfreie Versionen habe, teilweise ist es eben so, dass ich dann halt statt mit Geld mit den Daten zahle oder im Default der Haken gesetzt ist, dass das Modell eben trainiert wird. Man muss eigentlich auch aufpassen, selbst bei Business-Versionen ist es manchmal so, dass bei Fable beispielsweise, bei Anthropic, ist es eben so, dass man das höchste Modell manchmal nur nutzen kann, wenn man auch es freigibt, dass die Daten genutzt werden zum Trainieren. Gerade wenn man dann die Gratis-Version oder die Einsteiger-Bezahlversion hat.

Risiko Consumer-Versionen: Wenn Daten zur Währung werden

Also ich habe bei Claude beispielsweise den Max-Tarif. Da kann man definitiv dann auch mit Enterprise-Tarif kann man definitiv sogar verhindern, dass die Dinge weitergegeben werden. Ja, dann eben ganz, ganz wichtig zu sagen, man muss einen ADV, also Auftragsdatenverarbeitungsvertrag, muss man machen. Hat man bei den meisten auf der Webseite schon ziemlich automatisiert, dass man sich den entsprechend runterladen kann. Ich musste auch mal dran denken, aber eben etwas Wichtiges, was man haben sollte.

Prüfkriterien für DSGVO-konforme KI-Tools

Und eben wichtig auch zu sagen, hier Wissen von gestern, also immer noch mal gucken, die Bedingungen ändern sich dauernd, die Systeme ändern sich. Also Wissen von gestern ist immer nie eine gute Idee. Gerade bei dem Thema KI ändert sich das täglich. Hier einmal ein paar ganz konkrete Prüfkriterien, an denen Sie sich orientieren können. Das ist zum einen: Okay, haben wir einen AV-Vertrag?

Also wenn ich beispielsweise bei iCloud arbeite mit Firmensachen, ich habe noch keinen AV-Vertrag irgendwo gefunden, wo ich den eben finden kann. Also ich habe es noch nicht gefunden. Wenn es einer von Ihnen findet, geben Sie mir gerne Bescheid. Deswegen ist iCloud für mich ein No-Go im Businessbereich. Ja, dann die Frage: Ist eben die EU-Region wählbar?

Wobei ganz klar, man kann auch außerhalb der EU DSGVO-konform arbeiten. Also das heißt, wenn es immer nur heißt, ja, nur in Deutschland gilt DSGVO-konform, nur in Europa gilt GDPR. Nee, eine der Grundideen dieses Thema Datenschutzgrundverordnung, GDPR, ist ja, dass man eben, wenn andere, die außerhalb sind, sich an die Spielregeln von uns halten, dass man das Ganze auch DSGVO-konform DSGVO-konform nutzen kann. Das ist die Grundidee in dem Bereich. Ja, Trainingsausschluss, ganz, ganz wichtig, dass die Daten nicht reingehen sollen.

Und achten Sie darauf, oft ist das im Default erst mal angehakt und das muss man dann abhaken. Ja, dann wichtig: Adminverwaltung, Single Sign-On, Rechteverwaltung, Protokolle, so dass man eben eine vernünftige Steuerbarkeit von diesem System hat. Da sind wir sehr stark im Bereich schon jetzt nicht nur Datenschutz, sondern sind wir schon sehr stark im Bereich Datensicherheit. Aber Sie erinnern sich, ich habe gesagt, Datenschutz und Datensicherheit sind beides Dinge und ich Nimm es immer ein bisschen breiter. Ich bin kein Jurist, sondern eben Praktiker, der dann einfach sagt, was sind die Dinge, beide Leitplanken, die für Sie ein Stück weit wichtig sind.

Und eben zu sagen, okay, hier, was sind denn realistische Kosten? Eben das heißt eben 30 Minuten Ersparnis pro Woche ist fast jedes. Das heißt aber eben zu sagen, hier auch realistisch rechnen. Macht das Sinn, ein Tool zu nutzen? Man muss immer den Nutzen abwägen gegenüber den Risiken, die man da entsprechend auch noch mal mit drin hat, und das realistischerweise rechnen.

Alternative: Langdock aus Berlin

Ja, wenn wir uns mal so angucken, was ganz interessant ist im Sinne von Alternativen auch zu den Klassikern, zu ChatGPT: Langdock, Berliner Firma. Da ist die Idee eben, dass sie sagen kann, ich habe eben eine Berliner Unternehmung, und dass die betreiben eben oder bieten die Möglichkeit, dass man eben die führenden Modelle auf europäischen Servern betreiben kann. Sind im Regelfall bei AWS, also Amazon Web Services, gehostet, eben in Europa. Und das, was da eben besonders interessant ist, ist, dass Langdock eine deutsche Firma ist. Das heißt, die sind juristisch nicht dem Patriot Act eben dort verpflichtet.

Das heißt, hier haben sie keine Muttergesellschaft, die eben durchgreifen kann. Ganz wichtig. Was ich bei Langdock auch schön finde, das ist die gleiche Benutzeroberfläche wie von ChatGPT im Prinzip. Ich kann dort sehr einfach Agenten bauen. Es gibt schöne Templates dazu, auch Automatisierungen, also Dinge, die ich bauen kann.

Und ich muss ganz ehrlich sagen, man merkt, das hat einen ziemlich trockenen System Prompt. Also System Prompt ist immer, es gibt einen Prompt, das ist das, was man eingibt. Es gibt unten drunter die Modelle und dazwischen gibt es System Prompts, wie die Modelle eben genutzt werden. Und da merkt man, dass sie die für Business eingerichtet haben. Also das ist natürlich schon ein anderer Fokus.

Microsoft Copilot als Alternative

Da kriegt man wirklich gute Arbeiten raus. Ja, der Microsoft Copilot, der Klassiker, hat eben den großen Vorteil, dass ich die Daten ohnehin schon da drin habe, dass sie auch in Frankfurt sind, die KI-Verarbeitung maximal in Irland läuft. Allerdings mit dem Restrisiko, es ist eine amerikanische Firma. Das ist der Vorteil von Langdock. Und ich finde auch, das Thema Agenten ist ein bisschen schöner gelöst in dem Bereich.

Und wenn Sie aus welchen Gründen auch immer kein Microsoft 365 einsetzen, dann würde ich eher eben mit Langdock arbeiten beispielsweise. Es gibt aber auch, wenn ich jetzt mal gucke, von eben ChatGPT gibt es auch die Teams Enterprise Lösung. Also es gibt hin, die Firma Moderna beispielsweise hat das Ganze eben sogar On-Premise installiert. Oder es gibt eben auch, wenn ich jetzt bei Cloud mir das angucke, For Work, es gibt auch mit Bedrock beispielsweise, also wie das Bett und der Stein, gibt es auch Möglichkeiten, dass man eben Cloud auch betreibt eben in Frankfurt.

Weitere Optionen: AWS Bedrock und lokale Modelle

Über Bedrock, da hat man dann einen deutschen Anbieter. Man hat eben das Thema, dass man auch fast alles nutzen kann wie in Cloud, hat aber da eben halt nicht die amerikanischen Server dabei. Dafür hat man nicht immer das neueste Modell und man hat immer einen etwas kleinen Kostenaufschlag. Bedrock muss ja auch Geld verdienen. Also das heißt, hier gibt es unterschiedliche Varianten.

Die großen, ich sag mal, Frontier-Modelle, so was wie ein ChatGPT 5.6, Claude Fable oder solche Dinge. Die sind heute aktuell deutlich zu groß, um sie auf lokalen Rechnern laufen zu lassen. Also, aber es gibt durchaus schon kleinere KI-Modelle, die sehr, sehr leistungsfähig sind, die auch lokal schon laufen können. Also auch das wird immer mehr eine Option. Wer allerdings gewohnt ist, mit den Frontier-Modellen zu arbeiten.

Also ich habe jetzt gerade beispielsweise meine Webseite mit Blogbeiträgen und die Seite meiner Frau beispielsweise umgezogen, neugestaltet. Da merkt man denkt man schon, dass die Frontier-Modelle dann durchaus schon eben alles, was man früher so manuell machen musste, schon selber bearbeiten können. Und das sind ja jetzt Dinge, die auf der Webseite stehen, also vor dem Hintergrund auch nicht vertrauliche Informationen. Das heißt, hier kann man auch überlegen, ob man eine Kombination macht, dass Sie sagen, ich habe die großen Frontier-Modelle, da ist Claude aus meiner Sicht aktuell das leistungsfähigste. Ich habe gegebenenfalls eben den Microsoft 365 im Rahmen von Microsoft 365 den Copilot mit dem Kontext über alle meine Daten und ich habe für hochvertrauliche Daten, gegebenenfalls noch mal Langdock oder eine interne KI.

Das sind Ihre drei Kernbotschaften zum Thema KI und Datensicherheit

Ja, hier für Sie noch mal 3 Kernbotschaften. Erstens: Datenschutz ist lösbar mit Business-Verträgen statt Consumer Accounts. Ganz, ganz wichtig. Kriterien sind eben AVV, Serverstandort, Training, Adminkosten. Ich ergänze sogar noch mal auch das Thema Firmenstandort und Muttergesellschaft, die juristische Struktur.

Ganz wichtig. Es gewinnt das Tool, das genutzt und freigegeben wird. Also wichtig ist eben beides sich anzuschauen. Ja, wenn Sie wollen, kriegen Sie von mir da gerne auch noch mal Übersichten. Sie kriegen selbstverständlich die Charts gerne auch.

Fazit

Buchen sich jederzeit einen Termin bei mir, wenn Sie dort einen Sparringspartner suchen, mit dem Sie die Dinge durchgehen wollen. Weil ich gucke seit 13 Jahren nicht mehr fern und schaue eben ganz, ganz viel YouTube von professionellen amerikanischen IT-Spezialisten. Ich lese ganz, ganz viel zu dem Thema und falle nicht Ich probiere ganz viel aus. Ich lasse mir von einem Nichtschwimmer auch nicht erklären, wie man schneller schwimmt. Und wenn Sie die Zeit abkürzen wollen und dort sagen, ich brauche eine professionelle Beratung, eine professionelle Begleitung bis hin zum Extend CIO, sprechen Sie mich gerne an.

Ihr Personal IT Coach für Führungskräfte Thorsten Jekel. Viel Erfolg!


Erwähnte Tools & Ressourcen

  • Langdock – Berliner Anbieter, betreibt führende Modelle auf europäischen Servern. Deutsche Gesellschaft ohne US-Muttergesellschaft, mit Agenten und Automatisierungen.
  • Microsoft Copilot – arbeitet auf den Daten, die ohnehin in Microsoft 365 liegen. Datenhaltung in Frankfurt, KI-Verarbeitung maximal in Irland.
  • AWS Bedrock – Betrieb von Modellen wie Claude über Rechenzentren in Frankfurt. Dafür nicht immer das neueste Modell und ein kleiner Kostenaufschlag.
  • ChatGPT Enterprise – Unternehmensvariante mit erweiterten Datenschutzoptionen, in Einzelfällen sogar On-Premise betreibbar.
  • AV-Vertrag (Auftragsverarbeitung) – Pflichtdokument, bei den meisten Anbietern direkt auf der Website abrufbar.
  • Bitkom-Mittelstandsstudie 2026 – Quelle der Zahlen zu Datenschutz, Fachkräftemangel und Kosten als KI-Hürden.

Häufige Fragen (FAQ)

Was heißt DSGVO-konforme KI-Nutzung?

Dass Verantwortlichkeiten, Rechtsgrundlage und Datenflüsse geregelt sind: ein AV-Vertrag mit dem Anbieter, ein bekannter Serverstandort, ausgeschlossenes Modelltraining mit Ihren Daten und eine nachvollziehbare Administration.

Welche Kriterien sollte ich bei einem KI-Tool prüfen?

Fünf Punkte: Gibt es einen AV-Vertrag? Ist die EU-Region wählbar? Lässt sich das Training mit den eigenen Daten ausschließen? Gibt es Administration, Single Sign-on und Protokolle? Und rechnet sich der Nutzen realistisch gegen das Risiko?

Muss der Server für DSGVO-konforme KI in der EU stehen?

Nein. Auch außerhalb der EU lässt sich DSGVO-konform arbeiten, wenn sich der Anbieter an die europäischen Spielregeln hält. Ein EU-Standort vereinfacht die Sache aber deutlich – ebenso wie eine europäische Gesellschaftsstruktur ohne US-Mutter.

Warum sind Consumer-Versionen von KI-Tools ein Risiko?

Weil man dort häufig mit Daten statt mit Geld bezahlt. In kostenlosen und Einsteigertarifen ist die Nutzung der Eingaben zum Modelltraining oft voreingestellt und muss aktiv abgewählt werden.

Ist Langdock eine echte Alternative zu ChatGPT?

Für viele Unternehmen ja. Langdock ist eine deutsche Firma, betreibt die führenden Modelle auf europäischen Servern, bietet eine vertraute Oberfläche, Agenten und Automatisierungen – und unterliegt keiner US-Muttergesellschaft.

Kann man KI-Modelle lokal im Unternehmen betreiben?

Die großen Frontier-Modelle sind dafür derzeit zu groß. Kleinere Modelle sind aber bereits sehr leistungsfähig und lokal lauffähig – sinnvoll vor allem als Baustein neben einem starken Frontier-Modell für unkritische Aufgaben.