Einführung
Schön, dass Sie wieder mit dabei sind bei einer weiteren Episode von TJs Technology Tuesday und dem Thema, wie wir digital produktiver werden. Sie wissen, ich habe ja auch immer ein Thema: Sinn. Also machen wir die Dinge, die wirklich sinnvoll sind. Und dazu habe ich ja ab und zu mal auch ganz tolle Gäste mir eingeladen. Und den Gast, den ich heute mit dabeihabe, den kenne ich schon sehr, sehr lange und ich schätze ihn sehr lange. Und ich kenne ihn als jemand, der einen Grundsatz absolut beherzigt, den ich auch immer habe. Sie kennen vielleicht meinen Spruch: Ich lasse mir doch vom Nichtschwimmer nicht erklären, wie man schneller schwimmt. Der Gast, den ich heute mit dabeihabe, ist definitiv jemand, der weiß, wie man selbst schneller schwimmt, sowohl im Vertrieb, weil er selbst jahrelang in eigener Verantwortung im Versicherungsvertrieb unterwegs war und das Ganze hoch erfolgreich. Und zum Zweiten im Bereich Führung. Und Sie wissen, das Thema Digitalisierung scheitert ja nicht an der Technik. Das Thema Digitalisierung scheitert ja an dem Thema Führung und an der Frage, inwiefern das, was wir tun, denn auch Sinn macht. Und genau jetzt schließt sich der Kreis, denn mein Gast hat ein neues Buch geschrieben.
Er sagt, es wäre sein Letztes. Ich hoffe, es ist nicht so. Weil ich mich auf jedes seiner Bücher immer besonders freue. Und freuen Sie sich heute auf the one and only Andy Buhr. Herzlich willkommen, lieber Andy. Schön, dass du dir Zeit für mich nimmst.
Andreas Buhr
Vielen Dank, lieber TJ Thorsten. Ich freue mich sehr, dein Gast zu sein.
Thorsten Jekel
Dankeschön. Ja, wunderbar. Als du mir gesagt hast, dass du ein neues Buch schreibst, habe ich ja gesagt: Zu welchem Thema schreibst du das Ganze denn? Und was ist denn so eine Idee? Und was ich ziemlich toll finde, ist, dass du sagst, das Thema Sinn und Business scheint irgendwie kein Missverständnis oder kein Misfit zu sein, sondern idealerweise ist die Klammer, die alles zusammenbringt. Was ist die Klammer, die Idee deines neuen Buches, lieber Andy?
Andreas Buhr
Vielen Dank für die Frage. Du, ich habe mal irgendwo gelesen, ich weiß gar nicht mehr, wo es war, so sinngemäß: Wer seinem Stern folgt, kehrt niemals um. Und der Stern ist nicht das Ziel, das du in deinem Business hast, sondern der Stern ist sozusagen immer da, auch wenn Wolken vor diesem Stern sind. Das ist vielleicht so etwas wie das höhere Ziel. Das kann eine Mission sein, die du für Kunden erfüllst. Das kann eine Vision sein, die du bezogen auf dein Unternehmen realisieren willst. Das ist auf jeden Fall irgendwas Höhergelegenes. Das ist ein Oberziel, eine Botschaft, vielleicht eine Philosophie. Das ist irgendeine Überschrift, der du folgst. Und ich glaube, dass Menschen, die Business machen, egal in welcher Sektion sie sind, Unternehmer sind oder selbstständig oder in der Führungsverantwortung sind, die eben klare Ziele haben und wissen, wohin das am Ende führt. Also eine Antwort haben auf die Frage, wozu dient das? Wofür ist das gut, dass diese Personen am Ende Überzeugungstäter sind? Und die Überzeugungstäter arbeiten nie für Geld, denn für Geld arbeitet nur, wer auch für Geld wieder geht. Also die Überzeugungstäter haben immer irgendeinen anderen Drive. Da ist übrigens nicht nur das Oberziel, sondern da ist eben, was dieses Buch beschreiben soll, so etwas wie äußeren Erfolg und inneren Erfolg zu verheiraten.
Ich glaube ja, äußerer Erfolg, Business-Erfolg, ob das nun Leadership- oder Sales-Themen sind, der geht immer von uns, von hier innen aus. Das ist das, was ich sozusagen als Voraussetzung brauche. Es kommt im Leben nicht darauf an, was du hast, sondern darauf, was du machst aus dem, was da schon ist. Das Innere rauszubringen, die Verheiratung, wenn du so willst, beider Themen, das ist das, womit sich das Buch hauptsächlich beschäftigt.
Thorsten Jekel
Klasse. Und du hast ja so zwei Schienen, aus denen sich das Ganze entwickelt hat. Einmal aus dem Thema Vertrieb, auf der anderen Seite aus dem Thema Führung. Du sagst ja immer, Vertrieb geht heute anders. Führung geht heute anders, Sinn geht heute anders, oder was ist die Kernaussage deines Buches?
Andreas Buhr
Ja, die Kernaussage ist, Erfolg geht heute anders. Und in diesem Anders-State zu bleiben, steht auch als Störer auf dem Titel des Buches drauf. Und um das noch mal zu erklären, Torsten, du hast das ja einleitend gesagt, ich habe jetzt mein zweites Unternehmen aufgebaut und, wenn du so willst, an meine Nachfolger schon weitergegeben. Das ist ja das oberste Ziel eines jeden Unternehmers.
Thorsten Jekel
Toll!
Andreas Buhr
So zu agieren, dass er oder sie schrittweise entbehrlich wird. In meinem ersten Unternehmerleben habe ich mich intensiv mit Vertrieb befasst. Das stimmt. Vertrieb ist Verkauf mit vielen. Ich habe viel Endkunden gesehen, auch B2B-Kunden gesehen. Die Akademie, die ich gegründet habe, macht eben beide Themen Leadership und Verkauf. Und ich sage, warum ist das wichtig? Weil du kannst Verkauf nicht loslösen von Führung. Das heißt, wenn sich der Kunde in seiner Reise verändert, sag immer scherzhaft, meine Schwiegermutter ist 88. Seit die seit 3 Jahren ein iPad hat, ist die brandgefährlich. Die hat gelernt, auch online zu recherchieren und weiß heute, was eine Insta-Story und was ein WhatsApp-Status ist. Kein Witz. Also auch die ist am Ende onlineiger. Wenn der Kunde seine Reise verändert, muss der Verkäufer anders agieren. Und wenn das der Fall ist, müssen die Menschen, die für die Führung verantwortlich sind, eben auch davon ausgehen, dass Mitarbeiter mehr wissen. Dass das Team schlauer ist als noch vor 5, 6, 7 Jahren. Und damit ändert sich auch in der Führung von Menschen alles. Und deswegen haben wir diese beiden Themen immer, wenn du so willst, wie zwei Bälle gut in der Luft gehalten.
Thorsten Jekel
Ja, und ein Thema, was du auch auf dem Buchcover hast. Halt es mal gerne mit rein. Ich will es mal sehen. Ich habe es so klein in der Bauchbinde drin. Aber du hast natürlich auch da bewusst erfolgreich. Genau. Und was mich angesprungen hat auf diesem Ding, war, dass da nämlich vorne draufsteht mit Klarheit, Leadership und ganzheitlichem Erfolg, damit hatte ich dich immer schon auf dem Zettel. Mit dem Thema Spiritualität habe ich dich bisher noch nicht verbunden, ehrlich gesagt. Also wir kennen uns ja schon etwas länger.
Andreas Buhr
Wie ist da deine Beziehung? Die Leute sagen, die haben was gegen das mit dem Burlos, macht der Klangschalen jetzt und Räucherstäbchen und so weiter. Spiritualität ist ja am Ende eine Frage, wie du es definierst. Und ich möchte das Angebot machen, dass der spirituelle Teil der Teil ist, wo wir sozusagen uns mit uns selbst beschäftigen. Erfinde den heiligen Raum, der dir Kraft gibt, die Dinge zu tun, die du tun kannst und willst. Und der heilige Raum ist der Raum, so meine Empfehlung, auch beschrieben in dem Buch, ihn regelmäßig zu finden, aufzusuchen und darin Kraft zu tanken, um im Außen wieder stark zu sein. Der heilige Raum ist der Raum, wo keine Motivation dich positiv antreibt, wo übrigens auch kein Frust dich negativ antreibt, wo dir eigentlich, wenn du so willst, alles egal ist, weil du bist bei dir angekommen. Tankst, wie so ein Kraftort. Menschen sagen, sie machen Gartenarbeit, sind ganz bei sich, wieder andere joggen, machen Pilates, Yoga, wandern, keine Ahnung, was immer das sein kann. Ich gehe regelmäßig zum Sport, in die Sauna, schaue, dass ich dann still werde, diesen heiligen Raum aufsuche, mir die Antwort zu geben versuche, wofür ist das gut, was ich tue, passt das, ist das sozusagen das Richtige, ist das Maß das Richtige, was ich mache, um dann mit voller Kraft und authentisch nach vorne zu gehen.
Andreas Buhr
Und dieser innere Teil, dieser spirituelle innere Teil, diese Suche nach innerer Erfüllung, die Suche auch nach einer, sagen wir mal, Vervollständigung dessen, was du vorne erreichst, die glaube ich ist wichtig. Und wenn ich mich mit Menschen unterhalte, Torsten, in meinem Podcast, die sehr, sehr erfolgreich sind, dann sagen die: Andreas, wenn du mir versprichst, dass du es für dich behältst, komm mal ein bisschen näher ran, sagen die dann. Es ist ohne diesen spirituellen Teil bei mir streng genommen gar nicht möglich gewesen. Also die haben das alle schon. Das ist nicht nur nicht ausgeschlossen, sondern es bedingt sich gegenseitig.
Thorsten Jekel
Mega. Also das, was du sagst, ist nicht Klangschale, weil das ist auch so, wo ich sage, okay, wir beide sind ja schon ein bisschen länger jung. Also wo dann einige sagen, so nach dem Motto, oh, jetzt sind sie irgendwie in der Midlife-Crisis. Ich glaube, da sind wir beide schon länger drüber weg über dieses Stadion in dem Bereich. Und auf der anderen Seite ja wieder dauerhaft Lernende. Und ein weiteres Zitat, was mich angesprungen hat von dir. Ich lese es hier mal vor. Finanzielle Schwäche ist fast immer ein mentaler Zustand, lange bevor sie ein wirtschaftlicher wird. Das ist keine Romantik, sondern belegbare Psychologie. Spiritualität, verstanden als Bewusstsein für das eigene Denken, Fühlen und Handeln, ist deshalb ein ökonomischer Vorteil. Fand ich ein sehr inspirierendes Zitat. Magst du gerne noch mal deine Gedanken dazu ausführen, zu sagen, den Link zwischen Spiritualität und dann letztendlich der finanziellen Schwäche oder Stärke?
Andreas Buhr
Ja, schau, es ist so: Wenn Geld dein Problem ist, ist Geld nicht dein Problem. Lohnt sich mal darüber nachzudenken. Ich meine, ich war Student früher, hatte kein Geld, wusste nicht, wie kann ich meine Miete bezahlen und so weiter. Ich bin ja aus dem Nichts, wenn du so willst, gekommen. Und habe mehrere Situationen in meinen 35 Unternehmerjahren jetzt erlebt, wo ich nicht wusste, wie geht’s eigentlich jetzt weiter. Und in solchen Phasen, wenn du nicht weißt, wie kann ich die Miete bezahlen, die Kosten bezahlen, denk an die Corona-Krise, haben wir 82% Geschäft verloren, wir hatten Angestellte, wussten nicht, wie geht das weiter, da hast du, wenn die Hütte brennt, keinen Raum für den spirituellen Teil. Mein Lehrer hat mal zu mir gesagt, Andreas, wenn deine Hütte brennt, kannst du keine Rosen pflücken. Und ich sag, wenn es um Leadership geht, ist ein bisschen wie bei den Seglern, wenn du also starke Windstärken hast, kannst du keine Selbsterfahrungsgruppe machen, dann musst du agieren, handeln, vielleicht auch, sagen wir mal, direktiver eher sein mit dir und mit anderen. Mit anderen Worten, wenn am Ende des Geldes noch viel Monat übrig ist und du nicht weißt, wie sollst du diesen Monat überstehen.
Andreas Buhr
Menschen, die jetzt zuschauen und zuhören, die das erlebt haben, wissen vielleicht, was ich meine. Es ist, ich kenne kaum einen Unternehmer, der es nicht erlebt hat. Wie kann ich die Gehälter bezahlen und so weiter? Da ist der Raum für diesen spirituellen Teil gering bis gar nicht da. Ich glaube übrigens, dass dieses Life-Work-Balance, diese ganze Life-Work-Balance-Diskussion eine Fata Morgana ist. Es gibt diese Life-Work-Balance jedenfalls nach meiner Erfahrung nicht dauerhaft. Es ist ein Zustand, der anzustreben wertvoll ist, ja, dem sich zu widmen sehr legitim ist. Nur wir werden wenige Phasen im Leben haben, wo das wirklich alles passt. Es ist eigentlich eher so, so erlebe ich das auch in meinen Coachings, in den Mentorings, in den Veranstaltungen, die wir seit Jahren machen. Du hast Phasen, wo du aufbaust, du hast Phasen, wo du ausbaust, du hast Phasen, wo du dich ein Stück zurückziehst, dass du mehr Zeit dafür – es geht am Ende um, sagen wir mal, ein über die Jahre einigermaßen ausgeglichenes Leben zu führen. Und da gehört eben auf der Basis einer finanziellen Souveränität, ich nenne das Geldsouveränität in dem Buch, auch dazu, dass du diesen inneren Teil mitnimmst. Ich habe mal, vielleicht darf ich das noch eben sagen, mich beschäftigt damit, wie ist eigentlich so die Korrelation zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Glück und Erfüllung..
Andreas Buhr
Da findest du kaum was. Ich habe letztens von Elon Musk gelesen, der das in seiner X-Plattform gepostet, der habe jetzt 700 Milliarden und sei nicht glücklich, was eigentlich falsch gelaufen sei mit seinem Leben. Es steht fest, dass Geld nicht alles ist, aber ohne Geld alles nichts ist, Haken dran. Aber es scheint wohl so zu sein, dass immer mehr Geld zu haben am Ende da auch keine Garantie dafür ist, dass du im Verhältnis mit dem mehr Geld auch glücklicher würdest. Es gibt Untersuchungen, die sagen, 80.000 bis 100.000 Dollar Jahreseinnahmen würden einen optimalen Mix bedeuten zwischen Erfolgsgefühl äußerlich und Glück und Erfüllung innerlich. Alles, was du dann mehr verdienst, ist nicht in der Relation auch eine Garantie dafür, dass du auch in der Relation gleich Erfüllung und Glück mehr erfährst, sondern das scheint irgendwie dann abzunehmen. Das klingt für mich auch vernünftig und irgendwie nachvollziehbar. Und genau darum geht es in diesem Buch, das richtige Maß zu finden, die richtige Dosierung zu finden zwischen Manifestation, Meditation und diesem ganzen Trend, dem Spirituellen auf der einen Seite, hart dran, und auf der anderen Seite der wirtschaftlichen Grundlage, die es eben auch braucht. Nach meinem Dafürhalten, damit beides am Ende zu seinem Recht kommt.
Thorsten Jekel
Absolut. Magst du uns einmal verraten, um was es in den 12 Kapiteln denn geht? Einmal so durchs Buch durchführen. Also wir haben jetzt schon einige Teilaspekte uns angeschaut. Mach uns mal den Mund wässrig zu den 12 Kapiteln, die du dort geschrieben hast.
Andreas Buhr
Also, ich habe es, ich kann die 12 Kapitel jetzt, möchte ich nicht zitieren. Dazu müsste ich jetzt, weiß nicht, 300 Seiten. Was ich gemacht habe, ist, ich habe einigermaßen auch chronologisch versucht, das zu bearbeiten und diesen spirituellen Teil, der mich seit 30, 35 Jahren immer wieder beschäftigt hat, dann auch entsprechend zu würdigen und zu berücksichtigen. Ich habe nur im Alter von 30, 35 dafür keinen Kopf gehabt. Ich war beschäftigt und habe die Botschaften, die mir sozusagen angeboten wurden, erst in der Rückschau richtig verstanden. Wir sagen ja überhaupt, wenn du deine Lebenspunkte, die du hast, rückwärts verbindest, dann wird dir vielleicht einiges klar, was in deinem Leben passiert ist und was nicht. Das also biografisch. Ich erzähle z.B., was mir am Everest passiert ist. Ich habe ganz intensives Gespräch mit dem Dalai Lama geführt vor einigen Jahren, mit unserem Freund und Kollegen Lothar Seibert über Glück und Erfüllung und so. Das alles, was ich wiedergebe und ich führe durch das Buch am Ende eines jeden Kapitels durch den Dialog mit dem inneren Meister. (Thorsten Jekel) Wow. (Andreas Buhr) Jetzt bin ich letztens gefragt worden, Andreas, was ist denn der innere Meister? Der innere Meister ist für mich der oder das fragende Regulativ. Weil es im Leben, wenn es darum geht weiterzukommen, eben nicht darum geht Antworten zu haben, sondern es geht darum, die passende Frage zu finden. Denn die Mutter aller Antworten ist die passende Frage. Ich kann nur mit der passenden Frage mich mit der nächsten Antwort befassen, also auch mit dem nächsten Level befassen. Und dieser innere Meister ist der Meister der Frage, der mir dann als dem Schüler in dem Gespräch mit dem Meister hilft, meine eigenen Antworten zu finden. Und das finde ich übrigens in der Führung sowieso viel eleganter, denn der Mensch, der fragt, führt sie in die Unabhängigkeit desjenigen, der fragt.
Thorsten Jekel
Absolut. Und das Schöne ist, was ich bei dir so sehr schätze, ist, ich kenne entweder die Leute, die, ich sag mal, Klangschale machen, oder die Leute, die, ich sag mal, sagen, wer bremst, verliert, und diese Richtung 100. Was ich bei dir so sehr schätze, und ich glaube, das braucht es auch, beides. Also nicht erst zu Zeiten von künstlicher Intelligenz, sondern ich glaube auch gerade zu Zeiten von künstlicher Intelligenz. Wie ist da vielleicht deine Einschätzung, ich sag mal, auch zum Thema künstliche Intelligenz, würde mich auch noch mal interessieren.
Andreas Buhr
Ja, ist klar, die Frage muss von dir kommen, als jemandem, der auf der Seite, wie ich finde, immer up-to-date ist. Also ich würde dich immer fragen auch und um Rat fragen zu Tools und so weiter. Ich glaube nur, dass die künstliche Intelligenz am Ende überschätzt wird. Die Entwicklung von KI ist generativ. Sich nicht zu befassen damit wäre verantwortungslos. Menschen, die künstliche Intelligenzen nutzen, werden Menschen ersetzen, die das nicht tun. Ich glaube, darauf können wir uns schnell verständigen. Nur die KI ist ein Challenger für Managementprozesse und kein Challenger für Leadership. Also das Bereitstellen von Informationen, das Aufbereiten von Informationen macht die KI zu einem Informations- wenn du so willst, Experten. Aber Neues wird ja nicht kreiert. Das wird ja nur durch Bewusstsein kreiert. Und da die KI aktuell noch kein Bewusstsein hat, ist das nur eingeschränkt bis gar nicht möglich. Wenn wir was Neues brauchen, braucht es Kreativität, es braucht Empathie, es braucht so eine Art Einfühlungsvermögen, Gefühl können wir das nennen. Und ich nenne das, das ist die menschliche Intelligenz. Und die Kombination beider Teile zwischen KI und MI ist am Ende die Superpower. Das heißt, der nächste große Scheiß wird eben nicht die KI sein, die ist ja schon da, sondern der nächste große Scheiß, wenn ich das mal so sagen darf, ist für mich, menschlich dranbleiben zu können, das menschlich zu verarbeiten, was da passiert, an dem menschlichen Teil weiterzuarbeiten.
Schau mal, so was wie, was wir jetzt hier in dem Call nicht haben, aber du kommst in einen Raum und kannst den Raum lesen. Du weißt, welche Energie da ist. Du weißt, welche Fragen die Leute haben. Hast du schon erlebt, dass Menschen auf dich zukommen, dass das Gefühl, du weißt, was der denkt, du kriegst mit, was der denkt? Du hast irgendwie eine, sagen wir mal, einen sechsten Sinn, der dich plötzlich spüren lässt, was ist da los? Und das alles hast du in Leadership-Kontexten. Es ist immer eine Bauchfrage. In Verkaufskontexten ist es immer, immer, immer eine Bauchfrage. Es geht am Ende nicht um deine Fachkompetenz. Oder um Informationen, die KI bereitet hat. Das alles schön, damit kommst du an den Tisch. Nur relevant, ob sich jemand für dich entscheidet, für deine Botschaft, für dein Produkt, für deine Führungsidee, ist immer, ob die Menschen ja zu dir als Person sagen. Und damit ist die menschliche Intelligenz das, was wir fokussieren dürfen.
Thorsten Jekel
Vielen lieben Dank. Also ich hätte es nicht besser sagen können, weil ich sehe auch so, wie du sagst, da ist viel Technikgläubigkeit, da ist viel Overhype in dem Bereich. Ich sag mal, Productivity is beyond the hype in dem Bereich und es wäre fahrlässig, diese Technologie nicht zu nutzen. Aber sie hilft uns mehr Vertrieb, sie hilft uns mehr Führung, sie hilft uns auch mehr Sinn zu geben, zu vermitteln und umzusetzen. Und dazu unterstützt du ja auch deine Kunden. Wie unterstützt du deine Kunden? Wobei kannst du helfen? Wobei hilft mir Andreas Buhr?
Andreas Buhr
Also es ist so, dass ja meine Akademie Buhr und Team für mehr Unternehmenserfolg in den Händen von meinen Nachfolgern ist und wir haben natürlich eine tolle Kooperation. Ich bin für die, für das Team weiter als Mentor da und das ist auch schon die Antwort auf die Frage. Ich habe immer gedacht, was ist im Prinzip das, was Menschen wirklich weiterbringt? Und seit 2, 3 Jahren, Torsten, kommen Unternehmen bei mir raus, Kunden bei mir raus, Existenzgründer, die jetzt erfolgreich sind und so weiter, und sagen: Ich brauche mal jemand zum Quatschen. Ich würde gern mal mich austauschen zum Thema CRM-System, Recruiting. Wie kann ich gute Leute erkennen? Leadership Style? Wie kann ich das machen zu KI-Themen? Also alles, was als Frage zu: Wie kann ich mein Geschäft vorne steigern, mein Business steigern, mehr Geschäft vorne machen? Das sind Themen, mit denen ich mich befasse und wo ich denke, dass ich mich ganz gut auch auskenne. Und da haben wir ein Mentoring-Programm entwickelt für Selbstständige, für Unternehmer, für Geschäftsführer, für angestellte Führungskräfte, die weiterkommen wollen. Und das ist so, sagen wir mal, 50% meiner Arbeit und die anderen 50% eben Vorträge zu den Themen, zu den Büchern, jetzt bewusst erfolgreich.
Andreas Buhr
Du kannst sagen, Erfolg geht heute anders oder Führung geht heute anders. Das sind Vorträge, Firmenvorträge, die kommen, teilweise offene Veranstaltungen, wir machen ja eigene Veranstaltungsreihen auch. Also ich habe weniger zu tun, aber es ist mir noch nicht so richtig langweilig, weil ich so jetzt keine Personalverantwortung mehr habe. Das darf ich nicht spoilern. Keine Personalverantwortung. Ich bin nur noch für mich verantwortlich und manage mich selbst. Ich muss mir hier mein Office noch bisschen schicker einrichten, wenn ich jetzt nicht im Studio bin. Wie heute konnte ich nicht im Studio sein. Bin ich in meinem Homeoffice. Das ist noch bisschen kahl, wie du siehst, da darf ich noch dran arbeiten.
Thorsten Jekel
Aber du kennst ja meinen Spruch: Relevanz vor Firlefanz. Und da bist du für mich der lebende Beweis und jemand, der wirklich aus eigener operativer Verantwortung – da haben wir auch die eine oder andere Parallele. Ja, auch ich als Geschäftsführer Mittelstand habe irgendwann auch mal gesagt, okay, ich finde das Thema Führung sehr bereichernd, aber auch sehr anstrengend, und bin im Moment sehr dankbar, dass ich auch außer meinem Assistenten dort auch keine operative Personalverantwortung habe und dass ich so wie du auch Menschen weiterbringe. Und an alle die, die Andy Buhr noch nicht kennen, meiner Leser, Hörer und Zuschauer, was eigentlich gar nicht sein kann, der ist ja viel bekannter als ich. Also ich kenne ihn ja als Past President der German Speakers Association und ich sag mal, wer wird Präsident von so einer Veranstaltung? Die Leute, die bewiesen haben, dass die es können, die, die auch eine entsprechende Performance haben. Also als Redner Bombe. Wenn ich das Thema angucke, Thema Bücher, ich habe sie alle von dir gelesen. Ich freue mich auf jedes Buch und ich bleibe immer dabei. Ich möchte nicht, dass es dein letztes Buch ist. Ich freue mich schon, wenn du uns auch noch mal mit Büchern bereicherst.
Thorsten Jekel
Denn ich finde immer, dass gerade zu Zeiten von KI, wo wir viele Dinge nur so verkürzt wahrnehmen, ist es einfach extrem bereichernd. Und ich nehme da auch bewusst Zeit dafür, so wie du ja auch, hilft ein Buch wirklich noch mal tiefer einzutauchen, wirklich auch noch mal gedankliche Klarheit zu kriegen, sowohl für uns als Autoren als auch für Lesende. Und auch das Thema Mentoring-Programm, ich durfte von dir schon so viel lernen, wo ich sehr, sehr dankbar dafür bin. Also deswegen kann ich das immer nur empfehlen. Also deswegen habe ich normalerweise, sagen wir mal, am Ende musst du immer einen Call to Action haben. Ich habe 3 Call-to-Actions. Ich habe den ersten Call-to-Action: Bucht den Andy Buhr als Redner. Ich habe den zweiten Call-to-Action zu sagen: Kauf das Buch. Halt’s noch mal mit rein. Also das Buch auf alle Fälle extremst lesenswert und kaufen. Und der dritte Call-to-Action, wohlwissend, dass die Marketingprofis sagen, man macht nur einen, also Andy als Redner buchen, Buch kaufen, drittes eben als Mentor nutzen. Ich krieg da keine Provision dafür, ich bin einfach ein Andy-Buhr-Fan. Inklusive seiner wundervollen Frau. Also ihr seid auch ein tolles Team. Und in diesem Sinne sage ich erst mal ein ganz, ganz herzliches Dankeschön an dich, lieber Andy, dass du dir deine knappe Zeit genommen hast für dieses tolle Interview.
Thorsten Jekel
Vielen Dank, lieber Andy.
Andreas Buhr
Ich habe zu danken für die Einladung, TJ, lieber Thorsten. Großartig von dir, hier geführt zu werden. Und ich sage Dankeschön in alle Richtungen. Würde mich freuen, wenn wir uns persönlich sehen. Gruß aus Düsseldorf. Wunderbar.
Thorsten Jekel
In diesem Sinne sage ich, das war eine weitere Folge von TJs Technology Tuesday. Zu sehen jeden Dienstag von 12:30 bis 12:45 Uhr auf LinkedIn Live zu hören ab Dienstag 17 Uhr auf den üblichen Podcast-Plattformen und zu lesen auf meinem Blog unter www.digitalforproductivity.de.
In diesem Sinne, kennen Sie mein Motto: Erst Hirn einschalten, dann Technik.
Ihr Personal IT Coach für Führungskräfte, Thorsten Jekel.
