Das Wichtigste in Kürze

  • iPhone 18 Pro: A20 Pro im 2-Nanometer-Verfahren, eine dreimal größere Dampfkammer und bis zu 40 % mehr Dauerleistung als beim 17 Pro. Ab 1.449 €, verfügbar ab 18. September.
  • Variable Blende: Die 48-MP-Hauptkamera bekommt sechs lasergeschnittene Lamellen. Zum ersten Mal können Sie die Blende an einem iPhone wirklich verstellen.
  • Apple Reference Image: Der Sensor signiert das Bild schon beim Auslösen. Das Ergebnis ist ein unveränderliches digitales Negativ — die Antwort auf die Frage, ob ein Foto echt ist.
  • Siri AI kommt nicht in die EU: Die neue Siri kennt Ihren persönlichen Kontext und handelt in über 300.000 Apps — laut Apples eigener Fußnote aber nicht in der Europäischen Union und nicht in China.
  • Apple Watch Series 12 und Ultra 4: Herzfrequenz alle fünf Sekunden statt alle fünf Minuten — 60-mal häufiger. Dazu Audio Intelligence mit Live Rewind und Siri Recap direkt am Handgelenk.
  • AirPods 5: Aktive Geräuschunterdrückung ist jetzt Standard in der ganzen Familie. 149 € für ein Modell, das der Vorgänger ohne ANC gekostet hat.
  • iPhone Duo: Apples erstes faltbares iPhone mit 7,6-Zoll-Innendisplay, Touch ID in der Seitentaste und eSIM-Zwang. Ab 2.299 €, verfügbar ab 23. Oktober.

Einführung

Schön, dass Sie wieder dabei sind. Gestern Abend hat Apple in Cupertino die Herbst-Keynote gehalten — und diesmal war es keine der Veranstaltungen, bei denen man nach zwanzig Minuten schon weiß, wie der Rest läuft. Apple hat am Ende noch eine Tür aufgemacht, hinter der ein Gerät stand, über das seit Jahren spekuliert wird: ein faltbares iPhone.

Aber der Reihe nach. Denn die interessantere Frage ist nicht, was Apple gezeigt hat. Die interessantere Frage lautet: Was davon verändert Ihren Arbeitsalltag? Ich sortiere Ihnen die Ankündigungen deshalb nicht nach Show-Effekt, sondern danach, wo sie im Berufsalltag tatsächlich ankommen. Und ich sage Ihnen auch, wo Apple in Deutschland vorerst nichts liefert.

Vorstellungen gab es fünf: iPhone 18 Pro und Pro Max, die neue Siri, AirPods 5, Apple Watch Series 12 und Ultra 4 — und zum Schluss das iPhone Duo.

iPhone 18 Pro: mehr Leistung, die auch ankommt

Kennen Sie das? Sie exportieren ein Video, rendern eine Präsentation oder lassen ein KI-Modell lokal rechnen — und nach zwei Minuten wird das Gerät warm und langsam. Genau das ist das eigentliche Problem moderner Smartphones. Nicht die Spitzenleistung fehlt, sondern die Ausdauer.

Apple hat deshalb an einer Stelle angesetzt, die in Datenblättern selten auftaucht: an der Wärme. Das iPhone 18 Pro hat eine Dampfkammer mit dreimal so großer Oberfläche wie das 17 Pro. Sie besteht zu 80 % aus recyceltem Edelstahl, wird mit entionisiertem Wasser durchspült und ist mit einem neuen Nano-Twin-Kupfer gepaart, das Wärme vom Display wegführt. Dazu kommt ein Kniff beim Chip selbst: Der Speicher sitzt nicht mehr im Wärmepfad, sondern neben dem Rechenkern — so wie bei den M-Prozessoren im Mac. Der Chip liegt damit direkt an der Dampfkammer.

Das Ergebnis: bis zu 40 % mehr dauerhafte Leistung gegenüber dem iPhone 17 Pro und rund das Doppelte gegenüber dem 16 Pro. Das ist die Zahl, die im Alltag zählt.

A20 Pro: was der neue Chip wirklich kann

Der A20 Pro ist der erste iPhone-Chip in 2-Nanometer-Technik. Kleinere, dichter gepackte Transistoren heißen im Klartext: mehr Rechenleistung bei weniger Strom. Konkret hat Apple folgendes verbaut:

  • 6-Core CPU mit zwei neuen Supercores, bis zu 20 % schneller — laut Apple die schnellsten CPU-Kerne in einem Smartphone.
  • 7-Core GPU mit bis zu 40 % mehr Leistung, gezielt für aufwendige Spiele optimiert.
  • Zwei Neural Engines mit zusammen 32 Kernen und doppelter Rechenleistung — das ist der Teil, der KI direkt auf dem Gerät ausführt, auch fremde Sprachmodelle.
  • 50 % mehr Speicherbandbreite — das breiteste Speicherinterface, das Apple je in ein iPhone gebaut hat.

Die Speicherbandbreite klingt nach Technikerthema, ist aber der Flaschenhals bei KI. Ein Sprachmodell muss ständig Gewichte aus dem Speicher holen. Ist die Leitung zu schmal, warten CPU und Grafikeinheit — so, als würden Sie einen Tanklastzug durch eine Einfahrt schicken. Apple hat die Einfahrt verbreitert.

Akku: die größte Steigerung, die es je bei einem iPhone gab

Beim Akku hat Apple zwei Zahlenwelten gezeigt. Die klassische ist die Videowiedergabe: 36 Stunden beim iPhone 18 Pro, 45 Stunden beim 18 Pro Max. Bemerkenswert ist dabei weniger die Spitze als der Vergleich: Das kleinere 18 Pro hält so lange durch wie das deutlich größere iPhone 17 Pro Max.

Neu ist die zweite Zahl. Apple hat aus echten Nutzungsdaten ein realistischeres Modell gebaut — Fotografieren, KI, Wechsel zwischen Apps. Danach kommen Sie mit dem 18 Pro auf 24 Stunden pro Ladung, mit dem Pro Max auf 30 Stunden. Das ist die ehrlichere Angabe, und ich finde es gut, dass Apple sie überhaupt nennt.

Beim Laden geht es ebenfalls voran: 50 % in etwa 15 Minuten. Und wenn Sie vor dem Flug nur fünf Minuten an der Steckdose haben, reicht das für rund sechs Stunden Videowiedergabe.

Die Kamera: eine echte Blende im iPhone

Das ist für mich die spannendste Hardware-Neuerung der ganzen Keynote. Jede Kamera hat drei Stellschrauben: Belichtungszeit, ISO-Wert und Blende. Beim iPhone war die Blende bisher fest verbaut. Was Sie als „Blende" in der Foto-App eingestellt haben, war Software.

Das ändert sich. Die neue 48-MP-Fusion-Hauptkamera hat sechs lasergeschnittene Lamellen, jede dünner als ein menschliches Haar, aus einem Polymer-Komposit, bewegt von einem eigens entwickelten Rotor. Im Automatikbetrieb öffnet sich die Blende bei wenig Licht und lässt rund 50 % mehr Licht herein. Der optimierte Standardwert liegt bei f/1.8.

Wer selbst steuern will, bekommt Pro Controls: Weißabgleich, ein Histogramm zur Belichtungskontrolle, vier Blendenstufen und die Belichtungszeit — für Bewegungsunschärfe oder um sie gezielt einzufrieren. Das gilt auch für Video. Dazu kommen Photographic Styles mit Textur- und Kornregelung, ein Smart Focus Tracking, das ein Motiv auch dann hält, wenn es kurz aus dem Bild läuft, sowie ein nachträglicher Kinomodus aus normalem Video mit 60 Bildern pro Sekunde.

Kleine Randnotiz mit Signalwirkung: Die Keynote selbst wurde mit diesem Kamerasystem gefilmt.

Apple Reference Image: der Echtheitsnachweis für Fotos

Jetzt wird es für alle relevant, die beruflich mit Bildern arbeiten — von der Schadensdokumentation über die Baustellenabnahme bis zur Pressestelle. Die Frage „Ist dieses Foto echt?" lässt sich heute kaum noch mit bloßem Auge beantworten.

Apple geht das zweigleisig an. Erstens unterstützt Apple künftig den Scene-ID-Standard, mit dem sich KI-erzeugte oder KI-bearbeitete Bilder kennzeichnen lassen. Zweitens — und das ist der interessantere Teil — kommt Apple Reference Image. Der Sensor signiert die Bilddaten auf Pixelebene direkt beim Auslösen. Private Cloud Compute entwickelt aus diesen signierten Daten ein unveränderliches Bild, das Sie in der Fotos-App ansehen können.

Dieses Referenzbild liegt neben dem normalen, bearbeitbaren Foto. Sie haben also weiterhin alle Freiheiten — und daneben ein digitales Negativ, an dem sich prüfen lässt, was tatsächlich vor der Linse war. Das ist ein größerer Schritt, als die zwei Minuten Bühnenzeit vermuten lassen.

Siri AI und Apple Intelligence: viel Substanz, ein deutscher Haken

Über zweieinhalb Milliarden Siri-Anfragen pro Tag — und trotzdem war Siri jahrelang die Assistentin, die man nach dem dritten Missverständnis nicht mehr fragt. Die neue Siri AI soll das drehen.

Drei Dinge sind neu. Erstens der persönliche Kontext: Siri durchsucht Mail und Nachrichten und beantwortet Fragen wie „Was wollte meine Mutter bei ihrem Besuch mit mir kochen?". Zweitens das Bildschirmwissen: Siri sieht, was Sie sehen, und kombiniert es mit aktuellem Weltwissen. Drittens die Handlungsfähigkeit: Siri führt Aktionen in über 300.000 Apps aus, auch in fremden — eine Mail in Outlook entwerfen, eine Hausaufgabe in Notability suchen, in WhatsApp schreiben, ein Hörbuch bei Audible starten.

Dazu kommt eine eigene Siri App auf dem Home-Bildschirm, in der Sie Unterhaltungen wiederfinden und fortsetzen. Die Konversationen synchronisieren sich privat über iCloud zwischen Ihren Apple-Geräten. Und Siri steckt jetzt auch in der Kamera-App.

Jenseits von Siri bringt Apple Intelligence Kleinigkeiten mit großer Alltagswirkung: „Notify Me" in Safari überwacht eine Webseite und meldet Änderungen. In den Kurzbefehlen beschreiben Sie eine Automatisierung einfach in Worten, statt sie zusammenzuklicken. Und die Telefon-App blendet den passenden Kontext ein — etwa Ihren Flug-Buchungscode, wenn Sie bei der Airline anrufen. In der Fotos-App gibt es ein besseres Cleanup, ein „Extend" zum Erweitern von Bildern und ein Spatial Reframing, mit dem sich die Kameraperspektive nachträglich verschieben lässt.

Und jetzt der Haken, und der ist größer als eine Sprachfrage. Auf der Folie mit den Sprachterminen stand klein am unteren Rand ein Satz, der für uns alles entscheidet: „Siri AI will not be available in the EU and China." Die neue Siri kommt also nicht nach Deutschland, nicht nach Österreich, nicht in die Schweiz — letztere ist zwar kein EU-Mitglied, hier bleibt die Lage aber ebenfalls unklar. Einen Termin für Europa hat Apple nicht genannt, eine Begründung auch nicht.

Zu unterscheiden ist dabei zweierlei: Apple Intelligence — also Schreibwerkzeuge, Image Playground, die Fotobearbeitung — unterstützt 16 Sprachen, Deutsch ausdrücklich eingeschlossen, und ist in Europa verfügbar. Siri AI, die neue Assistentin mit persönlichem Kontext und Aktionen in Apps, ist es nicht. Sie startet als Beta in Englisch, im Oktober kommen Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch dazu — für Nutzer außerhalb der EU.

Praktisch heißt das: Wenn Sie ein iPhone 18 Pro kaufen, um mit der neuen Siri zu arbeiten, kaufen Sie in Deutschland vorerst Hardware für eine Funktion, die Sie nicht bekommen. Und alles, was Siri AI voraussetzt — dazu gehören Live Rewind und Siri Recap auf der Apple Watch — fällt damit ebenfalls aus. Rechnen Sie außerdem damit, dass einzelne Funktionen Nutzungslimits haben, weil sie auf Servermodellen laufen; mehr Kontingent gibt es in den meisten iCloud+ Plänen.

iOS 27: Liquid Glass, Kinderschutz und eine Nummer auf zwei iPhones

iOS 27 macht den Liquid-Glass-Effekt anpassbar, verbessert die Suche in Apps wie Mail und beschleunigt AirDrop-Übertragungen um bis zu 80 %. Für Familien gibt es flexiblere Kinderschutzfunktionen: Eltern steuern feiner, was Kinder sehen, mit wem sie sprechen und wann sie Zugriff haben.

Die für Berufstätige spannendste Neuerung heißt iPhone Handoff: eine Rufnummer auf zwei iPhones. Die Nummer ist sofort auf dem Gerät aktiv, das Sie gerade in die Hand nehmen. Wer Dienst- und Privatgerät trennt, aber nicht zwei Nummern pflegen will, bekommt hier endlich eine saubere Lösung. Zum Start unterstützen T-Mobile und die Telekom Deutschland die Funktion, Verizon und EE folgen bis Jahresende.

Außerdem verkleinert Apple die Dynamic Island. Sie ist schmaler und zeigt jetzt drei Live-Aktivitäten gleichzeitig — Flugstatus, Navigation und Timer nebeneinander.

AirPods 5: Geräuschunterdrückung wird zum Standard

Die AirPods 5 behalten die offene Bauform ohne Silikonaufsätze, sind innen aber neu konstruiert: eine Multi-Port-Akustik und ein Adaptive EQ der nächsten Generation sorgen dafür, dass der Klang über unterschiedliche Ohrformen hinweg funktioniert.

Der eigentliche Sprung ist die aktive Geräuschunterdrückung: 50 % mehr Reduzierung als beim Vorgänger — laut Apple die beste ANC in einem offenen Design. Der Transparenzmodus klingt natürlicher, und Adaptive Audio wechselt selbstständig zwischen beiden Modi, wenn sich die Umgebung ändert. Sie müssen also nicht mehr überlegen, welcher Modus gerade passt.

Dazu kommen Live Translation, Conversation Awareness, Voice Isolation für Telefonate, ein anpassbarer Equalizer und die Nutzung als Kamerafernauslöser. Gegen Staub, Schweiß und Wasser sind die AirPods 5 nach IP57 geschützt. Die Laufzeit beträgt vier Stunden mit ANC, 20 Stunden mit dem Ladecase. Ein zweites Modell bringt die Lautstärkeregelung per Wischen am Stiel, fünf Stunden Laufzeit und ein Wireless-Ladecase, das auch mit Apple-Watch- und Qi-Ladegeräten funktioniert.

Preislich ist das bemerkenswert: 149 € für das Standardmodell, 169 € mit Wireless-Ladecase. In den USA kosten die AirPods 5 mit ANC genau so viel wie der Vorgänger ohne ANC. Ein Feature mehr zum gleichen Preis — das sieht man selten.

Apple Watch Series 12 und Ultra 4: die Uhr misst 60-mal häufiger

Bei der Apple Watch hat Apple das Herzstück ausgetauscht — im Wortsinn. Das neue Health-Sensing-System verbessert drei Dinge gleichzeitig: Die Elektrodenfläche für das EKG ist größer, was den Hautkontakt verbessert. Die Fotodioden sind ringförmig angeordnet und fangen Licht effizienter ein. Und die grünen LEDs sind größer und sparsamer.

Das klingt nach Detailarbeit, hat aber eine dramatische Folge: Die Herzfrequenz wird im Hintergrund jetzt alle fünf Sekunden gemessen, den ganzen Tag, auch in Bewegung. Das ist 60-mal häufiger als bisher. Die Herzratenvariabilität wird alle fünf Minuten erfasst — 24-mal häufiger. In einer Vergleichsstudie gegen andere Wearables, mit einem EKG-Brustgurt als Referenz, hat die Apple Watch laut Apple am genauesten gemessen.

Aus diesen Daten entstehen neue Funktionen. Readiness gibt Ihnen morgens einen Wert aus Aktivität, Vitalwerten und Schlaf — mit klarer Ansage, ob Sie heute Gas geben oder sich zurücknehmen sollten. Die Health App auf dem iPhone ist komplett neu gestaltet und fasst Ihre Werte mit Apple Intelligence zusammen, inklusive personalisierter Empfehlungen. Neu sind außerdem das Health Age — Ihr biologisches Alter aus Uhrenwerten und Blutwerten — und ein Longevity-Tab, der Schlaf, Bewegung und Herzgesundheit gegen aktuelle klinische Leitlinien einordnet. Ein VO2-Max-Test läuft über die iPhone-Kamera, die Ihre Bewegungen erkennt und Sie in Echtzeit korrigiert.

Wichtig für Sie: Die neue Health App kommt später im Jahr und startet zunächst in US-Englisch. In Deutschland müssen wir uns gedulden.

Audio Intelligence: die Uhr hört mit — und das erstaunlich sauber

Der zweite große Block bei der Uhr ist neu und heißt Audio Intelligence. Möglich macht ihn der S11-Chip mit einem stromsparenden Always-on-Prozessor und einer abgeschotteten Secure Exclave, in der ein eigener Audiopuffer das Rohsignal verwaltet.

  • Geräuscherkennung: Die Uhr meldet Sirenen, Alarme, Türklingeln oder ein weinendes Baby — auch dann, wenn das iPhone nicht in der Nähe ist. Für Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen ist das ein echter Gewinn.
  • Live Rewind: Doppelter Druck auf die Digital Crown, und die Uhr transkribiert die letzten 15 Sekunden. Ideal, wenn Ihnen jemand gerade drei Buchtitel genannt hat und Sie beim zweiten ausgestiegen sind.
  • Siri Recap: Notizen zu Gesprächen mit Titel, Zusammenfassung und Kernpunkten. Sie legen fest, ob und wann mitgeschrieben wird — dauerhaft, nach Zeitplan oder mit einem Tipp im Kontrollzentrum.

Beim Datenschutz ist Apple ungewöhnlich konkret geworden: Es entstehen keine Audioaufnahmen. Das Rohaudio ist auch für Apple nicht zugänglich. Sprecher werden nicht identifiziert oder zugeordnet. Transkripte und Zusammenfassungen sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt und synchronisieren über iCloud.

Trotzdem gilt: Live Rewind und Siri Recap setzen Siri AI voraus — und die kommt vorerst nicht in die EU. In Deutschland können Sie diese beiden Funktionen also zunächst nicht nutzen, auch nicht auf Englisch. Falls sie später doch kommen: bevor Sie das im Unternehmen einsetzen, klären Sie bitte mit Betriebsrat und Datenschutzbeauftragtem, wie Sie mit Gesprächspartnern umgehen, die nicht wissen, dass mitgeschrieben wird. Technisch sauber ist nicht gleich rechtlich zulässig.

Gehäuse und Laufzeiten der neuen Uhren

Die Series 12 gibt es in Aluminium aus 100 % recyceltem Material — in Space Grau, Schwarz, Lichtgold und dem neuen Dunkelbronze. Neu ist, dass auch die Aluminiumgehäuse Ceramic Shield 2 bekommen: Das Frontglas ist damit 60 % härter als das bisherige IonX-Glas. Dazu kommen Titan in Brillantgold und Natur sowie erstmals Keramik in Perlweiß und Nachtblau. Die Laufzeit liegt bei bis zu 24 Stunden.

Die Ultra 4 gibt es in Titan natur und schwarz. Sie hält über zwei Tage durch — Apple nennt bis zu 50 Stunden, im Stromsparmodus bis zu 84 Stunden. Beim Training mit GPS und Herzfrequenzmessung sind es bis zu 18 Stunden, im neuen Max Extended Workout Mode bis zu 45 Stunden. Das reicht für einen 100-Meilen-Lauf.

iPhone Duo: das faltbare iPhone

Und dann kam das „One more thing". Apples Argument gegen bisherige Foldables: Sie fühlen sich an wie zwei zusammengeklebte Telefone, das Seitenverhältnis passt nicht zum Nutzungsverhalten, Filme werden von schwarzen Balken eingerahmt.

Apples Antwort: ein durchgängiges Seitenverhältnis über beide Displays. Zusammengeklappt hat das iPhone Duo etwa die Größe eines Reisepasses und eine asymmetrische Form mit zwei runden Ecken. Aufgeklappt liegt ein 7,6 Zoll großes Super-Retina-XDR-Display mit Nanotextur vor Ihnen — 50 % größer als beim iPhone 18 Pro Max und 80 % größer als beim 18 Pro. Das äußere Display misst 5,4 Zoll und bietet 90 % der Bildschirmfläche eines 18 Pro. Beide erreichen bis zu 3.000 Nits und ProMotion mit bis zu 120 Hz.

Die Ingenieursarbeit steckt im Detail. Die Nanotextur wird per maskenloser Laserlithografie geschrieben — Mikrolinse für Mikrolinse. Die Deckschicht aus einem eigenen Polymer ist bis zu 40 % steifer als branchenübliche Materialien. Über und unter dem OLED liegt Hochfestglas, viskoelastische Klebstoffe lassen die Schichten beim Falten aneinander vorbeigleiten wie Buchseiten. Das Scharnier besteht aus über hundert Präzisionsteilen; im Werk paart eine KI jedes einzelne Scharnier mit dem passenden Gehäuse, und ein Laser scannt jede Einheit, um Restwelligkeit mit bis zu 25 Mikroschichten Photopolymer auszugleichen.

iPhone Duo im Alltag: Bedienung, Kamera, Akku

iOS 27 legt die wichtigen Bedienelemente an die Seite des Displays statt nach unten. Das schafft vertikalen Platz für Inhalte und bringt die Steuerung in Daumenreichweite — Einhandbedienung auf einem großen Schirm. Das Dock steht senkrecht, die Statusleiste schmiegt sich in die Ecke. Beim Aufklappen wandert der Inhalt fließend vom äußeren aufs innere Display.

Auf der großen Fläche wird echtes Arbeiten möglich: zwei Apps nebeneinander im Split View, zwei Fenster derselben App für den Preisvergleich in Safari, App-Paare, die Sie mit einem Tipp wieder gemeinsam öffnen. Sie können das Gerät teilgefaltet nutzen, aufstellen und ohne Ständer ein Video schauen, oder es als Nachttischuhr verwenden, die Sie mit sanftem Licht weckt. Apple Pencil mit USB-C funktioniert später im Jahr auf beiden Displays — zum ersten Mal an einem iPhone.

Entsperrt wird per Touch ID in der Seitentaste, direkt unter dem Daumen, mit mehreren hinterlegten Fingern — oder bequem über Ihre Apple Watch.

Das Kamerasystem: eine 48-MP-Fusion-Hauptkamera mit 2-fach optischer Qualität, ohne Auslöseverzögerung und mit sensorbasierter Stabilisierung, dazu ein 48-MP-Fusion-Ultraweitwinkel — dieselbe Kamera wie im iPhone 18 Pro — und 4K-Video mit 120 Bildern pro Sekunde. Vorn sitzt eine 12-MP-Center-Stage-Kamera, mit der Sie Quer- und Hochformat aufnehmen, ohne das Gerät zu drehen. Unter dem inneren Display steckt zusätzlich eine FaceTime-Kamera.

Aus der Bauform entstehen Funktionen, die es sonst nirgends gibt: Dual Capture überträgt Front- und Rückkamera gleichzeitig. Duo FaceTime lässt jemanden neben Ihnen über das äußere Display an einem Videoanruf teilnehmen. Duo Preview zeigt Ihrem Gegenüber auf dem Außendisplay, wie es gerade im Bild steht. KidQ spielt Animationen ab, damit Kinder in die Kamera schauen. Und Smart Take beobachtet die Szene und löst automatisch aus, wenn alle bereit sind — Sie müssen nicht mehr um den Selbstauslöser herumrennen.

Beim Akku sitzen zwei Zellen im Gerät, die von eigener Elektronik als eine verwaltet werden: bis zu 31 Stunden Videowiedergabe auf dem inneren, 44 Stunden auf dem äußeren Display. Bei gleichmäßiger Nutzung beider Bildschirme nennt Apple 24 Stunden pro Ladung. 50 % sind in etwa 20 Minuten nachgeladen.

Zwei Punkte, die Sie kennen sollten. Erstens: Das iPhone Duo ist weltweit eSIM-only. Kein SIM-Fach, nirgends. Apple hat den gewonnenen Platz in den Akku gesteckt — wer viel in Länder mit schwieriger eSIM-Versorgung reist, sollte das vorher prüfen. Zweitens sitzt im Duo das neue Modem C2: bis zu 50 % schnellere Uploads als beim C1X, 5G mmWave in den USA und dabei 15 % weniger Energieverbrauch.

Preise und Termine im Überblick

  • iPhone 18 Pro: ab 1.449 € (256 GB), 1.699 € (512 GB), 2.199 € (1 TB), 2.949 € (2 TB)
  • iPhone 18 Pro Max: ab 1.599 € (256 GB), 1.849 € (512 GB), 2.349 € (1 TB), 3.099 € (2 TB)
  • Apple Watch Series 12: ab 449 €
  • Apple Watch Ultra 4: ab 899 €
  • AirPods 5: 149 €, mit Wireless-Ladecase 169 €
  • iPhone Duo: ab 2.299 € (256 GB), 2.549 € (512 GB), 3.049 € (1 TB), 3.799 € (2 TB)

Die Termine: iPhone 18 Pro, Apple Watch Series 12, Apple Watch Ultra 4 und AirPods 5 können Sie ab dem 12. September ab 14 Uhr vorbestellen, verfügbar sind sie ab dem 18. September. Das iPhone Duo lässt sich ab dem 16. Oktober ab 14 Uhr vorbestellen und kommt am 23. Oktober in den Handel.

Fazit

Diese Keynote hatte zwei Gesichter. Das eine ist solide Ingenieursarbeit: Der A20 Pro und die neue Kühlung machen aus Spitzenleistung endlich Dauerleistung. Die variable Blende ist die erste echte fotografische Neuerung am iPhone seit Jahren. Und die Apple Watch misst jetzt so engmaschig, dass aus Momentaufnahmen ein Verlauf wird.

Das andere Gesicht ist das iPhone Duo. Apple ist spät dran — und liefert trotzdem etwas, das die Kategorie neu sortiert: ein durchgängiges Seitenverhältnis, eine Bedienung an der Seite statt unten, ein Betriebssystem, das mitfaltet. Für 2.299 € ist das kein Gerät für alle. Aber wenn Sie unterwegs wirklich arbeiten, ersetzt es zwei Geräte.

Ein Wermutstropfen bleibt, und er ist bitter: Die intelligenteste Funktion dieser Keynote kommt nicht zu uns. Siri AI ist in der EU nicht verfügbar, und mit ihr fallen Live Rewind und Siri Recap auf der Apple Watch aus. Sie kaufen also in Europa dieselbe Hardware wie in den USA — aber nicht dieselbe Software.

Meine Empfehlung: Warten Sie mit der Bestellung des Duo, bis die ersten unabhängigen Dauertests des Scharniers vorliegen — bei der ersten Generation eines faltbaren Geräts ist Geduld keine schlechte Strategie. Und kaufen Sie kein Gerät wegen Siri AI. Kaufen Sie es wegen Kamera, Akku und Dauerleistung. Das sind die Dinge, die in Deutschland ab dem 18. September tatsächlich funktionieren.


Erwähnte Tools & Ressourcen

Häufige Fragen (FAQ)

Ab wann ist das iPhone 18 Pro verfügbar und was kostet es?

Vorbestellen können Sie ab dem 12. September um 14 Uhr, im Handel ist das Gerät ab dem 18. September. Das iPhone 18 Pro startet bei 1.449 € mit 256 GB, das iPhone 18 Pro Max bei 1.599 €. Beide Modelle gibt es erstmals auch mit 2 Terabyte Speicher.

Kommt Siri AI nach Deutschland?

Vorerst nicht. In der Fußnote der Keynote-Folie steht wörtlich: „Siri AI will not be available in the EU and China." Die neue Siri ist damit in der gesamten Europäischen Union nicht verfügbar, unabhängig von der Sprache. Einen Termin für Europa hat Apple nicht genannt. Wichtig zur Unterscheidung: Apple Intelligence — also Schreibwerkzeuge, Image Playground und die neuen Fotofunktionen — unterstützt 16 Sprachen inklusive Deutsch und ist bei uns nutzbar. Nur die neue Siri fehlt.

Was ist Apple Reference Image und wozu brauche ich das?

Der Kamerasensor signiert die Bilddaten schon beim Auslösen auf Pixelebene. Daraus entsteht ein unveränderliches Referenzbild, das neben dem normalen, bearbeitbaren Foto auf dem Gerät liegt — vergleichbar mit einem digitalen Negativ. Wenn Sie beruflich dokumentieren, etwa Schäden, Baufortschritte oder Zustände vor Ort, haben Sie damit einen Nachweis, dass ein Bild nicht nachträglich verändert wurde.

Braucht das iPhone Duo eine physische SIM-Karte?

Nein, und es kann auch keine aufnehmen. Das iPhone Duo ist weltweit eSIM-only, es gibt kein SIM-Fach. Apple hat den frei gewordenen Platz für den Akku genutzt. Wenn Sie häufig in Länder reisen, in denen eSIM-Tarife schlecht verfügbar sind, sollten Sie das vor dem Kauf klären.

Wie genau misst die neue Apple Watch die Herzfrequenz?

Series 12 und Ultra 4 messen die Herzfrequenz im Hintergrund alle fünf Sekunden statt wie bisher alle fünf Minuten — das ist 60-mal häufiger. Die Herzratenvariabilität wird alle fünf Minuten erfasst, 24-mal häufiger als zuvor. In einer Studie von Apple gegen andere Wearables, mit einem EKG-Brustgurt als Referenz, schnitt die Apple Watch am genauesten ab. Das ist eine Herstellerangabe, unabhängige Nachmessungen stehen noch aus.

Darf ich Siri Recap im Beruf zum Mitschreiben von Gesprächen nutzen?

In Deutschland stellt sich die Frage vorerst nicht: Siri Recap setzt Siri AI voraus, und die ist in der EU nicht verfügbar. Technisch wäre Apples Umsetzung sauber — kein Audio wird gespeichert, Sprecher werden nicht zugeordnet, die Zusammenfassungen sind Ende zu Ende verschlüsselt. Rechtlich bliebe es trotzdem heikel: Sobald Sie Gespräche mit Dritten protokollieren, brauchen Sie deren Einverständnis, und im Unternehmen kommen Mitbestimmung und Datenschutz dazu. Sollte die Funktion später nach Europa kommen, klären Sie das vorher mit Datenschutzbeauftragtem und Betriebsrat.